Ein ungleiches Wettrennen

Ich spüre eine Veränderung in mir. Es gibt gerade einen unfairen Wettbewerb zwischen meinem Körper und meinem Geist.

Der Geist ist so quicklebendig wie in alten Zeiten. Hopst und springt herum wie ein kleines Kind, ein Wirbelwind mit fliegenden blonden Haaren in jeder Minute zu neuen Verrücktheiten bereit.

Mein Körper kann dem (noch nicht) viel entgegensetzen. Muss zusehen, wie der Geist um ihn herumschwirrt, sich lächelnd noch einmal umblickt und dann von dannen zieht.

Fast so wie Lance Armstrong bei der Tour de France 2001, als er „unseren Ulle“ an der Alpe d‘Huez stehen ließ.

Und Ulle (also mein Körper) möchte da mitziehen, sich bis aufs Blut quälen, um ja nicht den Anschluss zu verlieren. Und hier endet der Vergleich mit der Tour de Doping dann doch abrupt. Ich habe (Gott sei Dank) so ein Teufelszeug nicht parat, um meinem Körper vorzugaukeln ich könnte da mithalten.

Und doch fühlt sich mein Leben schon viel leichter an. Der Gehirnnebel hat sich gelichtet, ich kann wieder schwerere Texte wirklich verstehen und zeitweise die Augen dem natürlichen Licht aussetzen ohne 😎. Dazu Meditation im Sitzen (ging ja nur noch im Liegen, weil sitzen zu anstrengend war) und ein paar Schwimmzüge im See.

Jetzt gilt es nicht übermütig zu werden und sofort nach den Sternen greifen zu wollen. Was kommen will, wird kommen. Und das von ganz alleine. Nur nicht wieder dem Glauben verfallen, mit sportlichen Ehrgeiz etwas forcieren zu können. Denn das geht bei ME/CFS mit Sicherheit nach hinten los.

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